Der Merkur

Perihel(in AE) 0,307498
Aphel(in AE) 0,466701
Durchmesser(Äquator) 4.879,4 km
Umlaufzeit 87,969 Tage
Masse 3,301 · 1023 kg (0.06 Erdenmassen)
Dichte 5,427 g/cm3
Hauptbestandteile Eisen, Nickel
Dauer eines Tages (Rotationsperiode) 58 d 15 h 36 min (Erdenzeit)
Oberflächentemperatur Min: −173 °C; Max: +427 °C
Anzahl der Monde 0

Merkur ist ein Planet der Extreme: Er ist mit einem Durchmesser von nur ca. 4880 km der kleinste Planet im Sonnensystem, mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von gerade mal etwa 58 Millionen km ist er außerdem der sonnennächste und deshalb auch schnellster Planet im Sonnensystem. Er ist trotzdem nicht der heißeste Planet im Sonnensystem, das ist die Venus, aber der Planet mit den größten Temperaturschwankungen: am Tag ist es durchschnittlich ungefähr 430 °C warm, während nachts nur etwa -170 °C erreicht werden. Er zählt zu den erdähnlichen Gesteinsplaneten im Sonnensystem. Seine Beobachtung ist wegen der großen Sonnennähe und seiner kleinen Größe sehr schwierig. Er ist freiäugig nie länger als eine Stunde nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang zu sehen. Benannt ist er nach dem römischen Götterboten und Gott der Diebe und Händler Mercurius und sein astronomisches Symbol ist ☿.

Merkur braucht aufgrund seiner großen Sonnennähe nur etwa 88 Tage um die Sonne zu umrunden. Am Bahnpunkt, wo er der Sonne am nähesten ist, seinem Perihel, ist er nur ca. 46 Millionen km von der Sonne entfernt. Merkurs Umlaufbahn ist äußerst ungewöhnlich. Sie ist die elliptischste Umlaufbahn aller Planeten im Sonnensystem, denn ihr sonnennächster Bahnpunkt ist mehr als 20% näher an der Sonne, als ihr sonnenfernster Bahnpunkt (=Exzentrizität von mehr als 0,2). Noch dazu ist seine Umlaufbahn am stärksten von allen Planeten gegen die Ekliptik, die Bahnebene der Planeten im Sonnensystem, geneigt, nämlich ungefähr 7°, wobei man solche Exzentrizitäten normalerweise nur von Zwergplaneten kennt.

Durch Gezeiten, die durch die Gravitation der Sonne und der anderen Planeten erzeugt werden, dreht sich Merkurs Umlaufbahn und damit auch sein Perihel jedes Jahr ein bisschen. Dieses Phänomen nennt man Periheldrehung. Ungefähr 225.000 Jahre bzw. 930.000 Merkurumläufe braucht Merkur, damit sich sein Perihel einmal um 360° dreht. Allerdings gab es zwischen Berechnung und Beobachtung einige Abweichungen, weshalb man zeitweise sogar einen neuen Planeten zwischen Sonne und Merkur vermutete, den man sogar benannte. Später allerdings bewies Albert Einstein mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, dass sich diese Abweichungen ohne einen neuen Planeten erklären lassen.

Mehrere Wissenschaftsteams haben unabhängig voneinander herausgefunden, dass das Sonnensystem auf lange Zeit nicht stabil ist. Das liegt daran, dass Jupiter, durch seinen gravitativen Einfluss, sehr langsam die Exzentrizität der Merkurumlaufbahn vergrößert. Dadurch wird er in ferner Zukunft die Umlaufbahn der Venus kreuzen. Danach gibt es vier Szenarios für die Zukunft von Merkur: entweder Merkur wird aus dem Sonnensystem geschleudert, er stürzt in die Sonne oder er kollidiert mit der Sonne bzw. der Erde. Allerdings beträgt die Wahrscheinlichkeit nur 1%, dass eine dieser vier Wahrscheinlichkeiten eintrifft. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Sonne sich zu einem Roten Riesen aufbläht (siehe Artikel zur Sonne) und den Merkur verschlingt. Auch auf dem Merkur gibt es Jahreszeiten, die allerdings einen anderen Ursprung, als auf der Erde haben. Im Gegensatz zur Erde ist die Achse des Merkur kaum geneigt. Der Ursprung der Jahreszeiten liegt in der starken Exzentrizität der Merkurbahn, das heißt, dass bei dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn die Einstrahlung 2,3-mal größer ist als bei seinem sonnenfernsten Punkt, was dazu führt, dass auf dem gesamten Körper, im Gegensatz zur Erde, die gleichzeitig Winter & Sommer ist. Merkur dreht sich während 2 Sonnenumläufen dreimal um sich selbst. Das führt dazu, dass eine Drehung von Merkur um sich selbst dreimal so kurz ist, wie die Zeit zwischen zwei Sonnenaufgängen. Außerdem variiert die Bahngeschwindigkeit des Merkurs, aufgrund der Exzentrizität der Merkurbahn, sehr stark, was zu dem kuriosen Effekt führt, dass zu manchen Zeiten des Merkurjahres die Sonne am Merkurhimmel rückwärts über den Himmel läuft. Merkur und Venus sind im Sonnensystem die einzigen Körper ohne Mond, was früh Anlass lieferte für die Hypothese, dass Merkur früher mal ein Mond der Venus war, was durch bestimmte Auffälligkeiten der Merkurumlaufbahn und der Merkuroberfläche noch bestärkt wurde. Es gibt aber nur wenige Hinweise für diese Theorie, weshalb sie nicht weit verbreitet ist.

Äußerlich ähnelt der Merkur sehr stark dem Mond, innerlich aber ist er der Erde sehr ähnlich. Merkur hat keine wirkliche Atmosphäre, sondern nur eine dünne Luftschicht mit einem Gesamtgewicht von gerade einmal einer Tonne. Auch der Druck ist mit ca. 10−15 Bar so niedrig, dass er geringer ist als im besten, in einem Labor erzeugbaren, Vakuum, weshalb der Begriff Luftschicht nicht wirklich berechtigt ist. Diese „Luftschicht“ wird immer wieder ausgetauscht, weil der Merkur diese Gase, aufgrund seiner geringen Gravitation, nur für kurze Zeit halten kann. Deshalb besteht die Atmosphäre vor allem aus Gasen, die immer wieder „nachgefüllt“ werden. Das sind vor allem Gase aus dem Sonnenwind, wie Wasserstoff (22% des Atmosphärenvolumens) und Helium (6%) oder von der Oberfläche freigesetzte Gase, wie Sauerstoff (42%), Natrium (29%) und Kalium (0,5%). Die Folgen dieser quasi nicht vorhandenen Atmosphäre sind, dass es keine Erosion der Oberfläche gibt und dass die Temperaturen auf der Oberfläche deutlich stärker sind. Die Oberfläche des Merkur ist von Kratern übersäht und geprägt. Es gibt keine Anzeichen für Plattentektonik, aber für frühere vulkanische Eruptionen. Der Albedo des Merkur, also der Anteil des zurückgestreuten Lichts, beträgt gerade mal 6%.

Die raue Oberfläche des Planeten ist darauf zurückzuführen, dass er erstens weder Wind noch Wetter noch starken Vulkanismus hat, weshalb die, durch Asteroiden entstandene Kraterlandschaft weitestgehend unverändert bleibt.
Zweitens durchläuft der Merkur allerdings auch einen in unserem Sonnensystem einzigartigen Vorgang: er schrumpft. Das schrumpfen zeigt sich dadurch, dass sich seine Gesteinsplatten übereinander schieben und hunderte km lange und km hohe Steilhänge damit erschaffen. Er schrumpft wahrscheinlich, da sein, im Vergleich zum restlichen Planeten, riesiger Eisenkern abgekühlt ist und damit den Durchmesser des Merkurs um rund 40 km verringert hat. Er hat außerdem ein, für seine Größe beeindruckendes, Magnetfeld, das die neue BepiColombo-Merkursonde näher erforschen soll. Er besteht aus einem, im Vergleich zum gesamten Planeten, riesigen Kern, der mehr als 80% seines Volumens ausmacht, einem sehr dünnem Mantel und einer „normaldicken“ Kruste.
Sein astronomisches Symbol sieht so aus ☿ und er ist nach dem römischen Gott der Händler und der Diebe benannt.
Er ist, mit der Venus, der einzige Mondlose Planet weshalb sich die Theorie entwickelte, dass er der ehemalige Mond der Venus war und sich von ihr losgelöst hat.
Joshua

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